Codices, Chartulare und Verwaltungsschriften vom Frühmittelalter bis ins späte 15. Jahrhundert. Karolingische Minuskel, gotische Buchschriften, Kanzleischrift.
Unter mittelalterlichen Manuskripten verstehen wir handgeschriebene Bücher und Schriftstücke vom Frühmittelalter bis zum späten 15. Jahrhundert. Dazu gehören Codices, Chartulare, Rechtsbücher, Klosterannalen, geistliche Schriften, Urkunden und Briefe. Wer mittelalterliche Handschriften oder lateinische Handschriften transkribieren lassen möchte, hat es mit einem fachlich anspruchsvollen Quellentyp zu tun.
Im Frühmittelalter ist die karolingische Minuskel verbreitet, ab dem 12. Jahrhundert dominieren gotische Buchschriften wie Textura und Bastarda. In Urkunden und in der Verwaltung kommen ausgeprägte Kanzleischriften hinzu. In Italien und Spanien finden sich regionale Sonderformen wie die rotunda. Die Sprache ist meist Latein, daneben kommen Mittelhochdeutsch, Mittellatein und volkssprachliche Texte vor.
Mittelalterliche Schreiber arbeiteten mit einem dichten System aus Abkürzungen und Kürzungszeichen. „Domino" wird zu „d̄no", „nostrum" zu „nram", „etiam" zu „etiā". Wer diese Kürzel nicht aufzulösen weiß, liest schnell falsch. Hinzu kommen Glossen, Marginalien, Rasuren und Paliographieprobleme durch beschädigtes Pergament. Eine korrekte Transkription verlangt nicht nur Schriftkenntnis, sondern auch sprachliche und sachliche Kompetenz.
Standardmäßig PDF mit klar gekennzeichneten editorischen Eingriffen. Bei wissenschaftlicher Edition zusätzlich auf Wunsch ein strukturiertes XML, das den Text und seine Apparate getrennt führt. Lieferung in Word ist möglich, wird bei kritischen Editionen aber oft durch eine spezialisierte Quelldatei ersetzt.
Eine Sammelhandschrift des 14. Jahrhunderts mit liturgischen und juristischen Texten in lateinischer Sprache wurde transkribiert. Abkürzungen wurden vollständig aufgelöst, Glossen separat erfasst.
Ein städtisches Chartular aus dem 15. Jahrhundert wurde transkribiert und teilweise übersetzt, wobei das System der Datierungsangaben in eine moderne Datierung überführt wurde.
Beides ist möglich. Standardmäßig wird transkribiert, eine Übersetzung ins Deutsche ist eine eigene Leistung.
Ja. Sie werden als eigene Schicht behandelt und nicht in den Haupttext integriert, wenn das gewünscht ist.
Wir orientieren uns an gängigen historischen Editionsregeln und stimmen die Konventionen vor Beginn mit Ihnen ab.
Mittelalterliche Manuskripte stehen oft im Zusammenhang mit Urkunden. Antike Vorläufer und Spätantike behandelt der Bereich Antike Texte.
Damit eine zuverlässige Lesung möglich ist, sollten die Bilder Ihrer Dokumente bestimmte Qualitätsmerkmale erfüllen. Eine Auflösung von mindestens 300 dpi ist Standard. Höhere Auflösungen schaden nicht, vor allem bei feinen Schriften und sehr kleinen Buchstaben. Wichtiger als die nominelle Auflösung ist eine gleichmäßige Ausleuchtung ohne Schlagschatten und ohne Reflexionen. Fotografieren Sie möglichst senkrecht, idealerweise mit Stativ und neutralem Hintergrund. Vermeiden Sie aggressive Bildverbesserungen wie automatische Kontrastverstärkung, weil sie feine Tintenspuren wegrechnen können. Wir bevorzugen unbearbeitete Originalaufnahmen gegenüber stark optimierten Versionen. Schicken Sie ein einzelnes Beispielbild zur Probe. Wir sagen offen, ob die Qualität für eine zuverlässige Lesung ausreicht oder ob eine erneute Aufnahme nötig ist.
Wir versprechen keine perfekte Lesung dort, wo das Original sie nicht zulässt. Wo Tinte ausgeblichen, Papier zerstört oder Schrift überschrieben ist, kennzeichnen wir das. Stellt sich beim Beginn der Bearbeitung heraus, dass eine Quelle weniger lesbar ist als zunächst angenommen, melden wir uns vor weiterer Arbeit. In Einzelfällen lehnen wir einen Auftrag ab, weil eine seriöse Lesung nicht möglich ist. Wir sagen das offen, statt eine vermeintlich vollständige Transkription zu liefern, die mehr behauptet als belegt werden kann. Lieferungen enthalten klare Markierungen für unsichere Stellen, vermutete Lesungen und vollständige Lücken. Damit bleibt jede Transkription nachprüfbar und kann von einer dritten Person fachlich beurteilt werden.
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